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Leben und Glück in China
Leben und Glück in China
Will man ein Land verstehen, höre den Menschen zu!
Will man die Menschen verstehen, finde ihr Verständnis vom Leben und vom Glück.
Will man die Menschen wertschätzen, sammle ihre Geschichten und erzähle sie anderen.
Seit ich den ersten Fuß auf Chinas Boden setzte, wurde mir deutlich, dass wir China nicht kennen und dieses Land fast nur durch eine medial verzerrte und westlich erhabene Brille betrachten. Doch wie ist es wirklich? Wie sieht China von innen betrachtet aus und wie fühlt es sich an?
Um das herauszufinden, bin ich seit 2014 regelmäßig zu Interviewreisen im Land, habe mir ein riesiges Netzwerk an wohlgesinnten Menschen aufgebaut und viel mitteilsame Privatheit erfahren. Ich besuche die Armen wie die Reichen, höre einfach zu, schätze wert, würdige und schreibe die Geschichten der Menschen auf. Meine Mission öffnet Türen und Vertrauen, denn ich will nur eines: Brücken bauen. Von Mensch zu Mensch. Von Land zu Land. Und verstehen. Am Ende sind wir alle gleich.
Für mein zweites Buch über China konzentriere ich mich auf das wilde an Tibet angrenzende Sichuan mit seiner Hauptstadt Chengdu. Da Chengdu die offizielle Glücksstadt Chinas ist, künftige Metropole, größte Stadt des Landes und sogar größte der Welt sein soll, mit allen erdenklichen Superlativen von technischer Innovation über Naturschutz bis hin zu Wahrung und Stärkung von Kultur und sozialem Miteinander, ist dies ein herausforderndes Unterfangen. „Der gute Mensch von Sezuan“, frei nach Brecht-, ist dabei mein Leitfaden, denn es heißt, in Sichuan leben die tapfersten, gütigsten und entspanntesten Menschen von China. Launige Teekultur und Frohsinn statt Materialismus. Toleranz und Hilfsbereitschaft statt Ellenbogen. Stimmt das? Mal sehen und die Menschen fragen…
Seid gespannt.

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Das bunte Leben auf den Straßen und die Menschen in den Interviews… sind eine große Freude. Es ist wunderbar, wenn im fernen Land die Energien sich finden und Menschen mich hilfreich und mit eigenem Enthusiasmus und Idealismus an Orte und zu anderen Menschen bringen, die ich nur darum besuchen kann. Orte, die dem gewöhnlich Reisenden verborgen sind. Ein Miteinander ist möglich. Immer.

… so fragte ich viele Jahre und porträtierte Menschen in China vom Bauern bis zum Milliardären. Spannende Leben taten sich vor mir auf. Kleine und große Helden. Nun reise ich auf den Spuren Bert Brechts und suche, wie einst die Götter es taten, den „guten Menschen von Sezuan“. Ich erkunde, welche Umgebung es dafür braucht und wie ein Mensch durch das Konstrukt einer Gesellschaft in seinen Eigenschaften zum Guten hin gestärkt werden kann.
Auch frage ich: Was können wir von China lernen?
Können wir etwas lernen?
Der chinesische Schriftsteller Wang Bo und die deutsche Schriftstellerin Simone Harre reisten während Corona über die Great Wall hinweg. Sie benutzen dafür Worte. Die Brücke war ihr Geist.
In zarter Poesie, tiefen Gesprächen und der Offenlegung eines privaten Alltags und Fühlens, geschrieben von Ost nach West, ist dies ein seltener und ungewöhnlicher, zuweilen melancholischer Einblick. Und so erzählt dieses Buch von einem China, das der Leser kaum anderswo findet.
Es erzählt die Sprache der Seele. Es ist verletzlich.






































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